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Sozi-Spezi

Bitte merken Sie sich eines. Wenn jemand Sie mit “Du Armer Irrer!” anspricht, dann heißt das, politisch korrekt: “Du sozial schwacher Irrer!”. Danke.

Die Frage ist zu früh gestellt in einer (halbwegs) zivilisierten Welt. Geld hat bisher diese Zivilisation zusammengehalten, Geld reißt sie irgendwann außeinander. Solange eine halbwegs gerechte oder gerecht scheinende Verteilung vorhanden ist, spricht man von “Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit”. Nun häufen sich Berichte in den Medien die den Unmut der Bevölkerung widerspiegeln. Butter, Milch, Sprit – einige Cent mehr. Doch einige Cent, die zählen. Dazu haben wir’s ja nun oft genug gehört: Josef Ackermann mit 13 Millionen Jahresgehalt und als Kontrast die alleinerziehende Mutter, die mit 4000 Euro die selbe Zeit überbrücken muß. Populismus muß nicht geschaffen werden – er wächst im Bewußtsein des Einzelnen. Und diese Einzelnen sind inzwischen Viele – die inzwischen ein gemeinsames Bewußtsein entwickeln. Das wird gefährlich für die Ackermanns dieser Welt.

Die Verteilung des Kapitals ist seit jeher alles andere als ausgeglichen. Schon in den 90er Jahren besaßen rund 300 Menschen soviel Geld wie der Rest der Welt zusammen. In Deutschland wurde schon zu Beginn der 90er eine Statistik unterdrückt, die auswies, daß der Geldhaufen von fünf Prozent der Bevölkerung den der restlichen 95 Prozent die Waage hielt. Das hält der beste Sozialstaat nicht aus. Inzwischen ist dieser einfach ratlos geworden.

Grund ist nicht zuletzt der Wettbewerb der Individuen untereinander – weltweit. Ein deutscher Facharbeiter tritt in unmittelbare Konkurrenz zu einem chinesischen. Sein (heute noch) dicker kleiner Sohn tritt in Konkurrenz zu dem Sohn des inzwischen besser verdienenden Chinesen, wenn er bei McDonalds ein Fleischbrötchen bestellt. Das erhöht die weltweite Nachfrage nach Mehl, Rindfleisch, Öl für Maschinen. Dieser simple Zusammenhang läßt die Menschen weltweit in unmittelbare Konkurrenz rücken. Das verzückende Bild von der “einen Welt”, in der jeder friedlicher Nachbar ist, bekommt nun durch den laissez-faire Kapitalismus die Maske eines zivilisierten Wettbewerbs. In Wahrheit ist dieser Wettbewerb existentiell: Der Mensch als Weltbürger entrückt traurigerweise seiner Rolle als gemeinsam Leidtragender und wird zum Konkurrenten.

Die Konsequenz davon ist die Abgrenzung von Bevölkerungsgruppen nach wirtschaftlich-territorialer Herkunft. Man könnte es vielleicht noch mit den Grenzen des Nationalstaates gleichsetzen: Die Deutschen leiden unter der Globalisierung und müssen wieder zu kämpfen beginnen. Die “Deutschen” verstehen sich – aufgrund ihres gemeinsamen wirtschaftlichen Schicksals – als “Deutsche” denen Unrecht von der restlichen Welt getan wird. Das Abgrenzungskriterium wird dann wieder national.

Das ist kein deutsches Problem, sondern eines der gesamten westlichen Zivilisation, die sich bisher auf ihrem Wohlstand ausruhen durfte. Allein diese Zivilisation hat jetzt die Möglichkeit, mit dem ihr drohenden wirtschaftlichen (und sozialen) Abstieg nach neuen Wegen zu dessen Bewältigung zu suchen. Ansonsten läuft ein Volk Gefahr, bis an die Schmerzgrenze seiner Leidensfähigkeit zu geraten und … den Rest kennen wir ja. Bleibt nur eines zu hoffen: Daß die westliche Zivilisation noch nicht zu verblöded und zu verfettet ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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Back to the roots…

Kreationismus…Deduktion ist eine wissenschaftliche Methode – die Ableitung vom Großen ins Kleine. Das machen sich sogar Theologen, Poly- oder Monotheisten, sogar Mystiker und Esoteriker zu nutze. Während die Wissenschaft wenigstens versucht, mit Hilfe der Empirie Obersätze aufzustellen, stehen jene der übrigen Gruppen schon fest. Nehmen wir Gott. Der steht am Anfang. So wird alles deduktiv von dieser einen Instanz, dem Schöpfer, dem Designer abgeleitet. Logisch konsequent und folgerichtig werden den säkularisierten Wissenschaften Argumente entgegengehalten. Was aber, wenn ich Gott als kollektives Hirngespinst bezeichne? Dann wären alle logischen Ableitungen, das ganze theistische Konstrukt ja hirnverbrannter Nonsens! Aber wir wollen ja sachlich bleiben, denn das Urteil: “Gott ist ein kollektives Hirngespinst” ist ja dann auch ein Obersatz - und zugleich eine Behauptung. Ein unbewiesene.

So, wie die Evolution ja auch nicht bewiesen ist, meinen die Kreationisten. Stimmt. Sie ist eine Theorie. Immerhin wenigstens – um Sir Popper zu bemühen - eine, die beständigen Falsifikations-Riskio ausgesetzt ist. Und die Kreationisten setzen alles daran, Charles Darwin ad absurdum zu führen. Lassen wir das Lächerliche am Kreationismus mal raus, so bleibt am Ende noch eine Kritik: Wie kann derjenige, der sich auf einen Schöpfer der Dinge und Wesen beruft, behaupten, keine Evolution bringe das zustande, wenn dann die Frage nach dem Schöpfer selbst auftaucht?

Unser Universum und unser Denken bewegt sich nur in Zusammenhängen von causa und Erfolg. Kausalität ist der schlagende Begriff: Wenn der Schöpfer alles geschöpft hat - in Ordnung. Was hat den Schöpfer dann selbst geschaffen? Bleiben wir hier einfach im Dunkeln? Wenn sich Kreationisten schon nicht die Mühe machen, den Dingen auf den Grund zu gehen und sich ihre eigene Mündigkeit nehmen, dann sollen sie doch wenigstens nicht ganz zu den Wurzeln zurück gehen: Ins Mystische.

Ich als ignorantes Produkt einer halbwegs vollzogenen Aufklärung bitte diese Leute doch nur darum, sich nicht wie die Affen zu verhalten, deren Verwandtschaft sie ja abstreiten.

Für den Interessierten: http://www.allaboutcreation.org

In der Wohnung eines Menschen entfaltet sich dessen wahre Freiheit. Und das birgt Gefahren in sich. Es fängt alles ganz harmlos an: Man kauft sich eine neue Zimmerpflanze und einen schicken Topf dazu. Das wird fein! Mit Topf, Pflanze und dem Sack voll Erde in den Zähnen beginnt man an der Wohnungstür herumzuwurschteln, kramt nach dem Schlüssel wobei man sorgenvoll bemerkt, wie sich der Blumenerden-Plasticksack zwischen den Zähnen immer weiter dehnt (10 Kilo immerhin!) und ahnt Schreckliches. Dieser dämliche Schlüssel, diese dämlichen Jeans… wo hängt er denn…

Das Ding, äh die Pflanze, ist ja schön lang, 100cm stand auf dem Zettel im Baumarkt. Das nervt aber gerade: Während der Schlüsselkramerei gesellen sich Gleichgewichtsprobleme mit Topf und Pflanze hinzu. Auf dem Zettel standen auch Pflegetipps. Scheiße! Schon wieder vergessen, wie das mit Licht und Wasser war. Wo hängt der verdammte Schlüssel!?!? Schon bilden sich Falten auf der Stirn…

Endlich im Zimmer gefällt der bisher imaginär-perfekte Platz gar nicht. Paßt nicht. Es sei denn, ich schiebe die andere Pflanze in die Ecke dort neben dem Schrank. Hmmm… aber da ist wieder zu wenig Licht. Wenn ich den Schrank aber neben das Fenster schieben würde – die Pflanze sieht da drauf echt gut aus… Aber dann muß der Schreibtisch hier weg. Der könnte ja in die Ecke da drüben. Ist zwar ziemlich dunkel, aber ich mag’s mich zu verkriechen. Bloß steht da die Stereoanlage… Arghh.. Wenn ich an das Strippengeziehe denke. Da könnt’ ich schon wieder die große kalte Kosta… könnt’ ich da. Naja, kann durchaus lustvoll werden, alles mal wieder neu zu verkabeln. Dann aber gleich Staublappen mitnehmen. (Auf den Einkaufszettel)

Das Problem mit der Stereoanlage entpuppt sich als schwierigstes: Zwei Standboxen gehören auch noch dazu – aber wo rückt man die dann wieder hin? Immerhin hat die Couch auch einen neuen Platz – ich will ja nicht, daß ich von der direkt auf den Schreibtisch gucke, sondern lieber auf die Stereoanlage. Warum habe ich eigentlich noch so eine alte Stereo 2.1-Schwarte? Verdammte Scheiße! So ein paar kleine Satellitenboxen und dann hat sich’s. Kostet wieder Kohle. Nicht da. Irgendwas ist ja immer. (Stirnfalten werden tiefer.) Überhaupt: Das Ding ist jetzt 15 Jahre alt und ich konnte mir keine neue in der ganzen Zeit leisten. Warum nicht? Verdiene ich denn so wenig? Ich verdiene jedenfalls mehr als ich bekomme. So ist das. Verdammt, verdammt. Und dann der Schrank: Wenn ich den noch zweimal rücke, dann fällt das Teil gleich auseinander. Auch uralt. Das kann einfach nicht sein. Wenigstens hält der Schreibtisch. Aber der hat mir noch nie gefallen.

Inzwischen sitze ich auf der Couch und starre grimmig auf die Wand.

Ungefähr 42 Minuten und 23 Sekunden später grübele ich immernoch und habe neue Varianten im Geiste ausprobiert. Dabei habe ich festgestellt, daß mein Bürostuhl auseinanderfällt und dieser tolle EBay-Liegesessel einen Riß hat. Stirnfalten sind Canyons inzwischen.  Das Bücherregal da ist verdübelt. Kann ich auch nicht rücken. Ach, alles Mist. Warum diesen ganzen Müll von einer Ecke in die andere rücken? Das mache ich ja andauernd in der Küche… Apropos Küche. Wenn ich jetzt da rein schaue, dann ist der Tag gleich im Eimer. Scheiß Pflanze! Versaut mir doch glatt das Wochenende…