“Fische sind nicht dumm …” – “aber die Relativitätstheorie verstehen sie nicht” entgegnete ich. Die Diskussion verschob sich alsbald zu der Frage, ob Tiere eine Seele hätten. Sowas liebe ich: über schrecklich unbestimmte Begriffe zu disputieren. Das macht man nur in der Anfangsphase seines Studiums, wo die Brust noch geschwollen ist vor Stolz und Zuversicht.

Alles Instinkte war mein Standpunkt, dem entgegengehalten wurde, daß Tiere vielleicht genau das tun, was sie tun, weil sie den “Sinn”, die Absurdität des Lebens erkannt hätten. Weil sie also eine Stufe weiter wären als homo sapiens.

Das wollte ich nicht akzeptieren. Warum mein Weltbild so streng methodisch sei. “Weil ich eines brauche.”

Das war die Frage. “Du sollst dir kein Bild machen” meinte einst einer meiner Professoren. Aber das bedeutet ständigen Zweifeln ausgesetzt zu sein. Da war sie wieder die ewige Frage: Glaube ich oder ergebe ich mich einer zweifelnden Unruhe, die am Ende doch keine Lösung bringt?

Mein eigenes Weltbild, ein Fixpunkt, auf dem ich meinen Turm baue – oder eben das, was ich als wahr empfinde: den ewigen Zweifel de omnibus dubitandum – die ewige Verneinung einer beständigen Wahrheit. Das Dasein eines Relativisten.

Ich hatte es schonmal geschrieben – wir sind – im globalen Maßstab – Kinder. Aber was bringt diese Erkenntnis? Nur wieder ein Mahnen mit dem “Zeigefinger”. Jedenfalls geht mir die Meinungsmache über den “Klimawandel” tierisch auf den Sack. Das ist doch nichts Neues. Gut: Ein Bewußtsein schüren, bevor es zu spät ist (wann ist es das denn?) kommt schon gut. Allerdings – und da kommt das zynische Element – wird “Klimawandel” doch ohnehin nur von windigen Geschäftemachern ausgenutzt.

Die Menschheit ist einfach zu egozentrisch, als daß sie sich einen Dreck um das Klima kümmern würde. Die wenigen (idealistischen) Menschen, den ich Unrecht tue, bitte ich um Verzeihung. Und setze das große ABER: Aber was soll die Lösung sein? Wer nicht hören will, muß fühlen? I’m afraid so.

Sparen wir mal am Sprit: – wollten wir schon Ende der 80er, sogar Anfang der 70er. Die 3-Liter Autos auf den Messen 1988 hat keiner für voll genommen. VOLL kriegen wir noch jeden Tank. Und wenn man für 20 Euro tankt, bleibt der Preis ja immerhin derselbe. Hmmmm…

Windparks? Da könnte ich mich gleich aufregen. Daher lasse ich das Thema – das ist per se schon Umweltverschmutzung…

Solarenergie? Ist ja alles irgendwie. Löst das Problem nicht, daß Energie am Ende zu thermischer Energie wird und ebendas bleibt. Treibhaus…

Kühe? Ja, die lassen öfter einen fahren. Die zu töten löst das Problem auch nicht, weil die zunehmende Zahl der Vegetarier (die angeblich mehr Winde fahren lassen) das dann ausgleicht. Naja, theoretisch entfährt bei Vegetariern ja nur soviel CO2 wie die Pflanzen in ihrem Magen einst aufgenommen haben. Könnte gehen…. hatte ich aber auch schon.

Ach ja: Biosprit. Die Ökos, welche sich als solche begreifen und auf Biosprit setzen, sollten das nochmal genau überdenken. Das ist eher ein betriebs- oder volkswirtschaftliches Element: Neue Quellen für Energie aufzureißen hat nichts mit CO2-Ausstoß zu tun. Energie bleibt Energie. Öko oder Bio oder fossil.

Energiesparlampen. Nullsummenspiel. Sind in ihrer Herstellung so aufwendig, daß man wahrscheinlich bloß die aufgewandte Energie spart innerhalb von zwei Jahren. Warum nicht gleich Lichtemitterdioden? Bruchteil vom Preis, Bruchteil der Energie. Welche verdammte Energiesparlampen-Lobby beeinflußt die Medien schonwieder?

Ääähhh…

Das Schlimme am Erwachsensein ist, daß einem niemand mehr aus Erfahrung sagen kann, welches Verhalten ein Fehler ist. Und nur aus Erfahrung können wir lernen. Das hat die Erfahrung ja bewiesen. Auch wenn – wie Sokrates meint – kein wahres Wissen aus Erfahrung, sondern aus der Vernunft entspringt; es hat keinen Zweck, diese Prämisse umsetzen zu wollen. Einfach zuviele Knalltüten.

Die erwachsene Menschheit verharrt im Kindheitsstadium. Und das Kollektiv ist planlos. Nur innerhalb desselben schwingen sich diese oder jene politisch auf und bestechen mit militärischer und / oder wirtschaftlicher Macht. Da (*gähn*) regiert das Prinzip der Gewinnmaximierung. Wissen wir ja. Wenigstens Politiker und Unternehmer haben einen Plan. Einen eigenen. Wir wissen, was wir “müssten”, wenn wir … und so weiter. Wir “müßten” den CO2-Ausstoß verringern und müßten mal Energie sparen. Außerdem müßten wir mal bei uns anfangen. Aber … solange ich das Ozonloch nicht sehe, kann es mir ja egal sein.

Unsere Eltern haben uns vor existentiellen Fallen verschont; haben es zumindest versucht.  Und immer wieder hebt die tonangebende Generation ihre Zeigefinger und tut so, als wüßte sie, was gut für UNS ist. Weiß sie nicht. Alles, wirklich alles, ist ein Prinzip des “sit and wait” – mal sehen, was rauskommt. Zugeben darf das kein Politiker – zuviel Unsicherheit machte sich breit.

Halten wir also mal fest: Wenn man kein Verschwörungsfanatiker ist, sieht man, daß wir alle in einem ziellosen Boot treiben. Nur im Boot selbst hat jeder seine eigenen Interessen – und die beeinflussen den Kurs. Zu abstrakt? Von mir aus… Diese Art von fatalistischem Zynismus taugt sicher nicht, einen Staat zu führen. Er gibt keine Lösungsvorschläge und weckt kein Vertrauen. Was soll dieser Text dann?

Nur ein wenig die Augen öffnen.