“Es ist nicht die Zeit für Ich-Geschichten. Und doch vollzieht sich das unendliche Leben oder verfehlt sich am eigenen Ich, nirgends sonst.”

Max Frischs Zitat gilt. Will man heute schreiben, gemahnen Medienbilder gewissensrührig zu mehr Demut. Wer schreibt, braucht ein gewisses Ego – nicht das übliche. Angesichts der Probleme der Welt wird das schreibende Ego belastet, als sei es weltfremd, in sich geschlossen und nahezu ignorant gegenüber dem Dasein anderer. Als Teil der Welt aber, trägt es Schuld an ihrem Glück und ihrem Untergang.

Was ich mich frage: Wenn Frisch das schon in den 60ern schrieb, sich nach 50 Jahren in dieser Hinsicht nichts geändert hat, wozu dann schreiben? Vielleicht: noch mehr schreiben!

interactiveSites v5Yes. Finished. A while ago.

Nachruf

Nein, (Web)projekte sind nie “finished”. Leider. Aber, ehrlich, langsam wird es Zeit für was neues. Das einzig wirklich noch Interessante ist papervision3D // Flex 4 (Gumbo)… aber eigentlich ist Digitales irgendwie Zeitverschwendung. Abgesehen von der Strom-Frage: (Was sind wir ohne Strom?) Überangebot macht müde. Wir sind müde, weil wir voll sind und leer zugleich. Die neueste Masche der Brain-Wash-Mafia ist es ja, das subtile Gefühl zu vermitteln, daß man was verpaßt, wenn man mal einen Tag aussteigt aus der Medienflut. — und ich bin auch noch einer der vielen Architekten. Nee, neeee danke…. ich will’n Baum und ne Wiese. Und mein Fahrrad und die KDI…

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Alter

Sein Kinn zittert. Er hatte sich an diesem Morgen im Spiegel gesehen. Lange hatte er es nicht mehr bemerkt, denn es war so normal geworden, ein Teil von ihm, daß er keine Notiz mehr davon nahm. An diesem Morgen aber hatte er sich im Spiegel gesehen. ‘Ich bin alt.’ sagte er sich.

Die Bank, von der er nun in den Park blickt, ist auch alt. Ausgeblichene Farbreste bilden längliche Streifen entlang der Holzmaserung, von welcher im Lauf der Jahre immer mehr das Sonnenlicht erblickte. Unerbittlich hatte die Sonne die Farbe ausgetrocknet und brüchig werden lassen, so daß sie in harten Fetzen abgeblättert war. Nun plötzlich bemerkt er, wie erbärmlich diese Bank inzwischen aussieht. Jahrelang war sie in seiner Erinnerung grün und glatt gewesen. Er hätte schwören können, daß die Bank bis heute grün gewesen sei, hätte ihn jemand gefragt. Sein Kinn zittert. Er weiß genau, warum. Es waren die Myofibrillen seiner Backenmuskulatur, welche sich in einer gewissen Frequenz abwechselten, um den Muskel straff zu halten, der den Unterkiefer oben und die Lippen zusammenhielt. Diese Frequenz war im Laufe der Zeit immer langsamer geworden, die einen Myofibrillen nahmen sich ihre Pause, während die anderen noch ein wenig Ruhe brauchten, um für die Ablösung zu sorgen. Dadurch fiel sein Unterkiefer der Schwerkraft gemäß nach unten – ein winziges Stück. Solange, bis der Muskel wieder anzog. So war das. Er kann sich das erklären. Nur auf die Frage, wie er so schnell gealtert war, hat er keine Antwort.

The cubewall
A simple XML driven gallery (noooo way, not another one!). I like cubes. So I made an exploding wall. Sorry, no source – it’s too crappy. Anyway: Additionally there will be some more functionality if I ever find time. Physics for instance…

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Uebungsmaterial

Warum müssen die ersten Geschichten immer von und über Liebe handeln? Warum von ihren erschreckenden und ernüchternden Konsequenzen, die wir – recht abgeklärt inzwischen – hinnehmen?

Weil es zum Schreiben das beste Übungsmaterial ist. Weil dieses Gefühl einen so absonderlichen und übermächtigen Platz in jedem von uns einnimmt, daß wir gar nicht abgeklärt genug sein können, um nicht wenigstens unsere Mundwinkel zu einem melancholischen Lächeln zu verziehen, wenn wir darüber lesen. Wenn wir uns wiederfinden. Wir sind Liebende. Und wir kommen nicht daran vorbei.